Eine 5-Minuten-Repetition von Dubois-Dépraz / Kelek

Repetitionen sind faszinierende Komplikationen bei Uhrwerken. Besonders beliebt waren diese in der Zeit um 1900, natürlich in Taschenuhren. Und heute gibt es wieder eine Reihe von Herstellern der Haute Horlogerie, die diese in Armbanduhren anbieten. Klassische Varianten dieser Komplikation sind die Viertelstunden- und die Minutenrepetition. Die 5-Minuten-Repetition ist dagegen sehr selten anzutreffen.

Das hier vorgestellte Werk stammt aus der Zeit der Quarzkrise, also den 1970-er Jahren, die den Niedergang der mechanischen Uhrwerke begründete. Das Werk war der Versuch, eine mechanische High-End-Komplikation zu einem relativ günstigen Preis anzubieten.

Die gezeigte Taschenuhr trägt die Marke Lido. Diese wurde von mehreren Firmen genutzt, sodass ich sie nicht eindeutig zuordnen konnte.

Die Rückseite der Taschenuhr sieht sehr unspektakulär aus:

Nach Entfernen des aufgedrückten Bodendeckels offenbart sich eine kleine Überraschung im wahrsten Sinne des Wortes:

Ein winziges Uhrwerk, umgeben von einem Dekogitter, das sich leicht entfernen lässt:

Das Werk ist ein ETA 2801 mit einem Durchmesser von etwa 26 mm. Darunter sieht man eine deutlich größere Werkplatine. Sie trägt das auf dem Basiswerk aufgesetzte Repetitionsmodul und hat einen Durchmesser von 35,6 mm. Dieses vergrößert auch die Werkhöhe auf insgesamt 7,0 mm. Zum Durchmesser der Taschenuhr von 57,3 mm ist da aber immer noch reichlich Platz!

Das Repetitionsmodul wurde 1975 von Dubois-Dépraz im Auftrag von Kelek entwickelt. Kelek verfügte über das exklusive Recht, das Modul in Uhren zu verwenden und auch an Dritte zu verkaufen, etwa an Angelus. Auch Chronoswiss und Nivrel nutzen dieses Modul in den 1980-er Jahren in Armbanduhren, allerdings auf dem Unterbau eines Automatikwerkes, des ETA 2892.

Auf der Brückenseite des Werkes ist nach dem Ausbauen nicht viel vom Repetitionsmodul zu sehen. Bei ca. 8 Uhr im Bild sieht man den Hebel zum Auslösen der Repetition, der vom Drücker am Gehäuse betätigt wird. Und bei ca. 11 Uhr in einer Öffnung zwei übereinanderliegende graue Scheiben. Dies sind die Hämmer, die gegen die Tonspiralen auf der Zifferblattseite schlagen.

Auf der Zifferblattseite befinden sich alle wichtigen Bestandteile einer Repetition. In diesem Artikel soll es es aber nur wenig um deren Technik gehen. Diese habe ich ausführlich hier beschrieben: Funktionsweise einer Repetition

Am äußeren Rand befinden sich die zwei Tonfedern und bei 1 Uhr die eben erwähnten runden Hämmer, die gegen diese schlagen.
Bei 12 Uhr sieht man das Federhaus der Repetition, das durch den Drücker zur Auslösung der Repetition aufgezogen wird. Das führt dazu, dass diese auch funktioniert, wenn das Uhrwerk selbst gar nicht läuft. Bei 10 Uhr befindet sich die Fliehkraftbremse, die dafür sorgt, dass die Schläge nicht zu schnell und im selben Abstand aufeinander folgen. Der große Stundenstern bei ca. 7 Uhr sowie die darunterliegende Stundenstaffel legen die Anzahl der zu schlagenden Stunden fest. Für die 5-Minuten-Schläge braucht es noch eine 5-Minuten-Staffel, die sich an der im folgenden Bild rot markierten Stelle versteckt.

Das Repetitionsmodul besitzt übrigens keine Lagersteine. Das ist bei vielen älteren Repetitionswerken auch der Fall, da die Repetition ja nur gelegentlich genutzt wird und keine großen Kräfte auf deren Lager wirken.

Das folgende Video zeigt die Repetition im ausgebauten Zustand in Aktion:

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