OSCO – Uhren und Werke aus dem Schwarzwald

Die Geschichte der Uhrenfirma OSCO ist eng mit der Entwicklung der deutschen Uhrenindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden und spiegelt deren Aufstieg, Wandel und ihre strukturelle Krisen wider.

OSCO swingline Aquatic mit Kaliber OSCO 800

Zur Firmengeschichte

Gegründet wurde das Unternehmen am 1. November 1948 von Otto Schlund in Schwenningen im Schwarzwald, einem der bedeutendsten Zentren der deutschen Uhrenproduktion. Die Ausbildung als Uhrmacher hatte er an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte erhalten und diese dort mit mehreren Preisen abgeschlossen. Als erster arbeitete er damals an einem Armbanduhrwerk.

Glashütter Armbanduhrwerk, gefertigt von Otto Schlund [Quelle: Die Uhrmacherkunst 18/1930]

Der Firmenname OSCO steht für Otto Schlund & Co. In der Nachkriegszeit war die Nachfrage nach erschwinglichen Armbanduhren hoch und OSCO positionierte sich von Beginn an als Hersteller solider mechanischer Alltagsuhren. In den Anfangsjahren war der Unternehmer Robert Schlenker ebenfalls Teilhaber der Firma. Diese ging aber Mitte der 1950er-Jahre vollständig in den Besitz der Familie Schlund über.

OSCO-Werbung [Quelle: Neue Uhrmacher-Zeitung 9/1953)

In den 1950er-Jahren expandierte OSCO deutlich. Der Erwerb eines ehemaligen Agfa-Werks in Villingen-Schwenningen ermöglichte eine Ausweitung der Produktion. Neben Armbanduhren fertigte das Unternehmen ab etwa 1960 auch Komponenten für Kameras, etwa Belichtungsmesser, und übernahm später sogar die Kameraproduktion für Agfa, als diese 75 % der Firmenanteile an OSCO hielt. Diese Diversifizierung war typisch für viele Betriebe der Region, die ihre Kompetenzen in Feinmechanik nutzten. Gleichzeitig entwickelte OSCO eigene Uhrwerke, die wir uns weitere unten ansehen werden.

OSCO-Werbung [Quelle: Die Uhr 3/1968)

Im weiteren Verlauf etablierte sich OSCO als zuverlässiger Hersteller von Serienuhren. Die Produkte galten als funktional, robust und preislich attraktiv. Das Unternehmen war Teil der sogenannten Parat-Vertriebsgemeinschaft und belieferte auch andere Marken, etwa Stowa. Damit war OSCO nicht nur als Produzent eigener Uhren aktiv, sondern auch als Zulieferer innerhalb der deutschen Uhrenindustrie.

Uhr der Marke Zeitpunkt mit OSCO 107-Werk

Der Preisdruck innerhalb der Branche muss in den 1960ern allerdings enorm gewesen sein. OSCO versuchte, ihren empfohlenen Verkaufspreis als verbindlichen Preis zu etablieren und mit Druck durchzusetzen. So weigerte sich die Firma, ihre Preise als unverbindliche Verkaufspreise zu deklarieren. Das Bundeskartellamt entschied in dieser Sache 1961 gegen OSCO und der Bundesgerichtshof bestätigte diese Entscheidung 1963.

Die Unternehmensführung blieb in der Familie: Nach dem Gründer übernahm die nächste Generation, darunter Gerhard Schlund, die Leitung und führte den Betrieb über viele Jahre weiter. 1973 wurden etwa 400.000 Uhren von 150 Mitarbeitern hergestellt. Im selben Jahr gab die Firma allerdings auch bekannt, dass sie die Produktion eigener Uhrwerke mangels Rentabilität einstellen wird.

OSCO-Werbung [Quelle: Die Uhr 19/1970)

Mit den Veränderungen des globalen Uhrenmarktes – insbesondere durch die sogenannte Quarzkrise in den 1970er-Jahren und den zunehmenden internationalen Wettbewerb – gerieten viele traditionelle Hersteller unter Druck. Auch OSCO musste sich langfristig neu ausrichten. Anfang der 2000er-Jahre wurde das Unternehmen unter dem Namen Otto Schlund Zeittechnik von den Enkeln des Gründers neu positioniert. Es entstanden neue Kollektionen und man setzte verstärkt auf zugekaufte Uhrwerke namhafter Hersteller wie ETA. Parallel dazu bemühte sich das Unternehmen um eine stärkere Vernetzung mit Ausbildungseinrichtungen, etwa durch die Zusammenarbeit mit der Uhrmacherschule in Furtwangen ab 2005.

OSCO-Werbung [Quelle: Die Uhr 2/1973)

Trotz dieser Modernisierungsversuche kam es schließlich zu erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Einer der entscheidenden Faktoren war der Wegfall wichtiger Vertriebspartner im Einzelhandel, darunter große Kaufhausketten wie Quelle, Hertie und Karstadt, die zuvor wesentliche Absatzkanäle darstellten. Hinzu kamen finanzielle Probleme sowie gekündigte Kredite der Hausbanken. Nachdem der Firmensitz 2009 nach Berlin verlegt worden war, folgte bereits 2010 die Insolvenz des Unternehmens. 2013 wurden sogar die zwei damaligen Geschäftsführer, Enkel des Gründers, wegen Insolvenzverschleppung und Bankrotts zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die OSCO-Mitarbeiter hatten anscheinend seit Oktober 2009 kein Gehalt mehr erhalten.

Heute existiert der Name OSCO unter der 2012 gegründeten UFS GmbH als OSCO Germany mit dem Geschäftsführer Axel Schlund weiterhin und wird in deren Marketing mit deutscher Uhrmachertradition und Qualität verbunden.

Die historische Bedeutung des Unternehmens liegt jedoch in seiner Rolle als typischer Vertreter der deutschen Nachkriegs-Uhrenindustrie: ein Familienbetrieb, der mit handwerklichem Know-how und industrieller Fertigung über Jahrzehnte erfolgreich war, letztlich jedoch den tiefgreifenden Strukturveränderungen des Marktes nicht dauerhaft standhalten konnte.

OSCO-Uhrwerke

Osco 42 und 42 CLD

Das erste Werk wurde von Otto Schlund bereits 1942 entwickelt, wegen des Kriegs war es aber zunächst nicht möglich, eine entsprechende Produktion aufzubauen. Gebaut wurde es also erst ab der Gründung seiner eigenen Firma. Ein typisches Formwerk für Herrenuhren. Das hier gezeigte Werk wurde von der Dugena auch unter ihrer eigenen Kalibernummer 550 eingesetzt.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 8 3/4 x 12´´´
  • Kleine Sekunde
  • Monometallische Schraubenunruh ohne Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h (Halbschwingungen pro Stunde)
  • 15 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 42

Als Kaliber 42 CLD (Calendar) gibt es das Werk auch mit einem Zeigerdatum. Vermutlich wurde das Datummodul etwas später als das Basiswerk entwickelt. Durch das runde Modul ändert sich die Werkgröße auf 11 x 12´´´.

OSCO 42 CLD (CLD = Calendar)

Osco 50

Das zweite von OSCO neu entwickelte Werk entstand 1950. Ebenfalls ein Formwerk für Herrenuhren, aber etwas kleiner als das OSCO 42 und in einfacher Pfeilerbauweise statt massiver Platinen gebaut.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 8 3/4 x 10´´´
  • Kleine Sekunde
  • Monometallische Schraubenunruh ohne Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 15 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 50

Osco 52

1952 folge mit dem OSCO 52 eine Variante des OSCO 50, das eine direkt angetriebene Zentralsekunde anstatt einer kleinen Sekunde besitzt.
Ganz offensichtlich haben die bisher aufgeführten Kaliberbezeichnungen etwas mit dem Jahr der Entwicklung zu tun!

OSCO 52

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 8 3/4 x 10´´´
  • Direkte Zentralsekunde
  • Monometallische Schraubenunruh ohne Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
Werbung der Parat-Gruppe mit OSCO-Kaliber 52 [Quelle: Neue Uhrmacher-Zeitung 14/1952]

Osco 53

Das erste kleine Formwerk für Damenuhren von OSCO. Den ältesten Hinweis, den ich darauf finden konnte, stammt aus dem Flume K1-Werksucher im Teil von 1957. Aufgrund der Kalibernummer könnte es aber bereits 1953 entwickelt worden sein. Die weiter unten gezeigten Kaliber 60 und 70 sind eng mit dem OSCO 53 verwandt.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 5 3/4 x 8 1/2´´´
  • Ohne Sekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 53

OSCO 55 und 56

Das erste runde OSCO-Werk für Herrenuhren. Beide Werke unterscheiden sich nur in der Anzahl der verbauten Steine: 15 beim OSCO 55 und 17 beim OSCO 56. Das OSCO 56 kann durchaus 1956 entwickelt worden sein, der erste Hinweis darauf findet sich, wie beim Kaliber 53, im Flume K1 im Teil von 1957. Das OSCO 55 ist aber vermutlich nicht 1955 entstanden, sondern erst nach dem OSCO 56. Der erst Verweis darauf findet sich im Nachtrag von 1960 zum Flume K1. Die Reduktion der Steine war vermutlich eine Sparmaßnahme.

OSCO 56

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 10 1/2´´´
  • Kleine Sekunde
  • Vergoldete (?) Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 15 (OSCO 55) bzw. 17 Steine (OSCO 56)
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite

OSCO 60 und 70

Wieder ein kleines Formwerk für Damenuhren. Eigentlich keine Neuentwicklung, sondern eine Neuauflage des OSCO 53. Das OSCO 60 ist, wie das 53, in Pfeilerbauweise konstruiert, das OSCO 70 hat massive Platinen. Während das Kaliber 53 eine gemeinsame Brücke für Räderwerk und Federhaus aufweist, hat das OSCO 70 zwei getrennte Brücken.

Und wie unterscheidet sich das OSCO 60 vom OSCO 53? Ich weiß es leider nicht, da ich bisher kein einziges Werk gefunden habe, das eindeutig als OSCO 60 markiert ist. Die bekannten Werksucher zeigen nur die Zifferblattseite der Werke, aber nicht die Brücken. Zifferblattseitig sind beide Werke identisch. Ich vermute, dass das OSCO 60, wie das OSCO 70, zwei getrennte Brücken hat. Falls dies nicht der Fall ist, dürfte es einfach ein umbenanntes OSCO 53 sein.

Beim OSCO 60 und 70 endet auch die Logik, dass die Kalibernummer dem Jahr der Entwicklung des Werkes entspricht. Beide sind nämlich bereits im Flume K1 im Teil von 1957 verzeichnet!

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 5 3/4 x 8 1/2´´´
  • Ohne Sekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 70

OSCO 65, 66 und 66D

Das zweite runde OSCO-Werk für Herrenuhren und das erste mit direkter Zentralsekunde. Das Kaliber 66D hat eine Datumanzeige, die Kaliber 65 und 66 kommen ohne diese aus. Das OSCO 65 und das OSCO 66 gibt es beide in vier Varianten:

  • Winkelhebel mit Stift bzw. Schraube
  • Mit massiven Brücken oder in Pfeilerbauweise

Eine Zuordnung ist hier wohl nur über die Punzierung des Werkes möglich. Der erste Verweis auf die drei Werke ist wiederum im Flume K1 im Teil von 1957 zu finden.

Das OSCO 65 hat stark abgeschrägte Kanten, beim OSCO 66 sind diese weniger stark abgeschränkt.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 10 1/2´´´
  • Direkte Zentralsekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 19 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 65
OSCO 66
OSCO 66D

OSCO 67

Das erste kleine runde Werk von OSCO für Damenuhren. Sozusagen der kleine Bruder des OSCO 65/66. Das Werk wurde in der Neuen Uhrmacher-Zeitung 15/1959 vorgestellt.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 8 3/4´´´
  • Indirekte Zentralsekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 67

OSCO 72 und 78

Eine neue Generation von kleinen Formwerken für Damenuhren. Die zwei Werke sind technisch identisch, allerdings ist das OSCO 72 mit 17 Steinen ausgestattet, das OSCO 78 nur mit 10. Das OSCO 72 ist im Nachtrag von 1960 zum Flume K1 verzeichnet, das OSCO 78 erst im Flume K2 von 1962.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 6 3/4 x 8´´´
  • Ohne Sekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 10 (OSCO 78) bzw. 17 Steine (OSCO 72)
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
OSCO 72

OSCO 100-Familie

Eine ganze Familie, bestehend aus fünf runden Uhrwerken für Herrenuhren:

  • OSCO 100: kleine Sekunde, ohne Datum, ohne Gewinde für Werkhalteschrauben
  • OSCO 107: kleine Sekunde, ohne Datum, mit Gewinde für Werkhalteschrauben
  • OSCO 108: ohne Sekunde, Datum, mit Gewinde für Werkhalteschrauben
  • OSCO 130: indirekte Zentralsekunde, ohne Datum, mit Gewinde für Werkhalteschrauben
  • OSCO 131: indirekte Zentralsekunde, Datum, mit Gewinde für Werkhalteschrauben

Die jeweils ältesten Hinweise auf diese Werke konnte ich hier finden:
Kaliber 100 im Flume K1 im Teil von 1957, Kaliber 107 und 108 im Flume K2 von 1962, Kaliber 130 und 131 im Engelkemper-Katalog von 1969.

Zumindest das OSCO 100 war zeitgleich mit den Kalibern 65 bzw. 66 auf dem Markt. War der Grund lediglich die andere Brückenform oder der Versuch, ein kostengünstigeres Werk zu produzieren?

Einige OSCO 107-Werke sind auf der Zifferblattseite mit OS 100 punziert. Vermutlich stammen diese aus der Übergangszeit zwischen Kaliber 100 und 107.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 10 1/2´´´
  • Kleine Sekunde (100, 107), ohne Sekunde (108), indirekte Zentralsekunde (130, 131)
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 8 oder 15 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
  • Pfeilerbauweise

Zeigen kann ich hier das OSCO 100, das OSCO 108 und das OSCO 131.
Die Werke 100 und 108 haben keine getrennte Federhaus- und Räderwerkbrücke. Die gebogene Linie ist lediglich eine Vertiefung in der 3/4-Platine!

OSCO 100
OSCO 108
OSCO 131

OSCO 200 und 201

Zwei weitere runde Werke für Herrenuhren mit direkt angetriebener Zentralsekunde. Das OSCO 201 hat eine Datumanzeige, das OSCO 200 besitzt keine. Beide Werke sind im Flume K2 von 1962 verzeichnet.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 10 1/2´´´
  • Direkte Zentralsekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite

Bilder kann ich hier nur vom OSCO 200 zeigen. Tatsächlich habe ich noch nie eine Abbildung eines OSCO 201 gesehen.

OSCO 200

OSCO 300, 400, 500, 600

Eine Werkfamilie in zwei Größen für Herrenuhren, bei der OSCO die Kalibernummern großzügig in Hunderterschritten verteilt hat:

  • OSCO 300: 10 1/2´´´, indirekte Zentralsekunde
  • OSCO 400: 10 1/2´´´, kleine Sekunde
  • OSCO 500: 11 1/2´´´, indirekte Zentralsekunde, Datum
  • OSCO 600: 11 1/2´´´, kleine Sekunde, Datum

Das OSCO 400 wird bereits in der Neuen Uhrmacher-Zeitung 1964 erwähnt, die anderen Werke erst im Engelkemper-Katalog von 1969. Was natürlich nicht bedeutet, dass diese nicht schon vorher auf dem Markt gewesen sein können.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 10 1/2´´´ (300, 400) bzw. 11 1/2´´´ (500, 600)
  • Indirekte Zentralsekunde (300, 500) bzw. kleine Sekunde (400, 600)
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 bzw. 21 Steine
  • Wippenaufzug
  • Sperrklinke auf der Zifferblattseite
  • Pfeilerbauweise

Hier sind das OSCO 300, das OSCO 400 und das OSCO 600 zu sehen:

OSCO 300
OSCO 400
OSCO 600

Wie bei der OSCO 100-Familie gibt es auch hier eine Brückenvariante, bei der eine gebogene Linie getrennte Brücken für Federhaus und Räderwerk suggeriert. Diese ist aber lediglich eine Vertiefung in der 3/4-Platine!

OSCO 400 – andere Brückenform

OSCO 800 und 850

Im Gegensatz zu allen bisher gezeigten OSCO-Werken sind hier das Sperrrad und die Klinke auf der Brückenseite angebracht. Das OSCO 850 ist die Variante mit Datum, das OSCO 800 die ohne. Beide haben eine direkt angetriebene Zentralsekunde und eine indirekt angetrieben Minute. Und erstmals bei OSCO einen Aufzug ohne Wippe. Allerdings haben die Werke keine massiven Platinen, sondern sind in Pfeilerbauweise ausgeführt. Vorgestellt wurden sie 1968 in der Zeitschrift Die Uhr.

Technische Daten:

  • Handaufzug
  • Größe: 11 1/2´´´
  • Direkte Zentralsekunde und indirekte Minute
  • Glucydur-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 bzw. 21 Steine
  • Kupplungsaufzug ohne Wippe
  • Sperrrad und Sperrklinke auf der Brückenseite
OSCO 800
OSCO 850

OSCO 1060-Familie

Diese Werkfamilie für Herrenuhren hat vier Mitglieder, darunter auch das erste und einzige Automatikwerk von OSCO:

  • OSCO 1060: Handaufzug, ohne Datum
  • OSCO 1062: Handaufzug, Datum
  • OSCO 1064: Automatik, Datum
  • OSCO 1065: Automatik, ohne Datum

Obwohl diese Werke die höchsten Kalibernummern unter allen OSCO-Werken haben, sind sie keineswegs die jüngsten von OSCO produzierten Werke! Alle vier sind im Nachtrag von 1960 zum Flume K1 aufgeführt, das 1060 und 1065 auch schon im Feilner-Katalog von 1959.

Technische Daten:

  • Handaufzug bzw. Automatik
  • Größe: 10 1/2“‘ (1060, 1062), 11 1/2´´´ (1064, 1965)
  • Direkte Zentralsekunde
  • Nickel-Unruh mit Stoßsicherung
  • Schlagzahl: 18.000 A/h
  • 17 (Handaufzug) bzw. 25 (Automatik) Steine
  • Kupplungsaufzug ohne Wippe
  • Sperrklinke auf der Brückenseite
OSCO 1060

Die Automatik ist als ganzes Modul auf das Basiswerk aufgeschraubt. Der Rotor zieht die Zugfeder in beide Drehrichtungen auf. Beim Handaufzug wird die Automatik entkoppelt.

OSCO 1064
OSCO 1065

Gebrauchsmuster von OSCO

Otto Schlund hat anscheinend keine Patente angemeldet, dafür aber eine Reihe von Gebrauchsmustern. Wir beschränken hier auf die, die etwas mit Uhrwerken zu tun haben. Darüber hinaus hat er auch welche im Bereich Fotographie angemeldet.

  • DE1639984U: Armbanduhr mit kraftschlüssiger Zentralsekunde (1952)
    Das Bild in diesem Gebrauchsmuster zeigt offensichtlich ein OSCO 52.
    Tatsächlich geht es in diesem Gebrauchsmuster nicht um die Zentralsekunde, sondern um den Wippenaufzug!
Ausschnitt aus DE1639984U
  • DE1639985U: Armbanduhr mit kraftschlüssiger Zentralsekunde (1952)
    Derselbe Titel wie beim vorangehenden Gebrauchsmuster. Hier liegt der Fokus auf dem leichten Entfernen des Federhauses. Auch hier am Beispiel des OSCO 52.
Ausschnitt aus DE1639985U
  • DE1639986U: Armbanduhr mit kraftschlüssiger Zentralsekunde (1952)
    Wieder derselbe Titel. Diese Mal geht es um die Dreiviertelplatine des OSCO 52.
Ausschnitt aus DE1639986U
  • DE1639987U: Armbanduhr mit kraftschlüssiger Zentralsekunde (1952)
    Im vierten und letzten Gebrauchsmuster mit demselben Titel geht es um die Anordnung der Räder der Zentralsekunde.
Ausschnitt aus DE1639987U
  • DE1679915U: Uhr mit Federantrieb (1954)
    In diesem Gebrauchsmuster geht es um die Lagerung des Federhauses.
Ausschnitt aus DE1679915U
  • DE1959893U: Einrichtung in Armbanduhren zum zwangsweisen Ausrücken der Wippe aus der Zeigerstellage (1967)
Ausschnitt aus DE1959893U

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